Morton Rhue: Give a Boy a Gun




PH Playmates 2007
Brendan Lawlor   Anna Pfundstein
Gary Searle   Anne Renneisen
Allison Findley   Sarah Nixdorff
Sam Flach   Sarah Kleine
Dustin Williams   Andrea Rehmann
Coach Bosco   Martin Ghiraldin
Ms Bender   Eva Mehlmer
Ryan Clancy   Andrea Hirsch
Emily Kirsch   Mirja Kinzler
Gary`s Mother   Lilian Ehret
Brendan`s Mother   Marlene Krämer
Kit Conner   Maike Wilhelm
Shopkeeper   Christine Gundel
Jocks   Mirja Kinzler / Christine Gundel / Maike Wilhelm
Director   Susanne Franz
Assistant Director   Julia Ibrahim
Props   Janalena Zeeb
Light & Sound   Eva Meder / Janalena Zeeb
Raps   Reginald Anthony
Prompter   Julia Ibrahim
Producer   Mechthild Hesse


Special Thanks to Carl-Schurz-Haus, Freiburg


Premiere war am 26. November 2007 um 19:30h in der Aula der Hochschule.
weitere Vorstellungen waren:
Di 27. November 19:30h
Mi 28. November 11h
Do 29. November 11h
Fr 30. November 11h und 19:30h



Presse:
Panik auf der Aulabühne der Pädagogischen Hochschule Freiburg: Gerade feierte man noch fröhlich zwischen Luftballons Schulparty, da stürmen zwei junge Männer in Strumpfmasken den Saal. Unter lautem Schreien und Kreischen fallen die ersten Schüsse. - Ein Horrorszenario, das sich seit Littleton, Erfurt oder Finnland in die Köpfe gebrannt hat, sofort einen Wust aus Assoziationen und Gefühlen auslöst. Und obgleich Waffen im Theater immer etwas albern wirken, geht die Szene doch unter die Haut. Vor allem der Amoklauf war eine große Herausforderung. Immer wieder ging darum, wie und wann man Gewalt auf der Bühne darstellen darf. Als während unsere Proben die Sache im Georg-Büchner-Gymnasium in Köln passierte, wurde die Sache noch brisanter, erzählt die Freiburger Regisseurin Susanne Franz, die in gerade mal sechs Wochen mit fünfzehn PH- Studentinnen Morton Rhue´s 2002 erschienenen Jugendroman "Give a Boy a Gun" (deutscher Titel: "Ich knall euch ab") nach der Vorlage des Theater Gegenstands in Marburg inszenierte. Das englischsprachige Stück ist ihr viertes Theaterprojekt mit Prof. Mechthild Hesse vom English Department der Pädagogischen Hochschule und dem Carl- Schurz- Haus. Eine einzigartige und 2005 mit dem Lehrpreis der PH ausgezeichnete Kooperation. Denn längst hat sich die Güte des didaktischen Konzeptes bestehend aus Lehrerfortbildung, vorbereitendem Klassenmaterial, Aufführung und Nachbereitung an den Schulen herumgesprochen: Rund tausend Jugendliche ab der 9. Klasse werden diese Woche wieder zu den seit Wochen ausverkauften Vormittagsvorführungen erwartet. Ein anspruchsvolleres Publikum gibt es nicht: Dramaturgie und Tempo müssen stimmen, die Bühnenbilder griffig sein. Ist das Englisch zu schnell oder zu komplex, schalten die meisten schnell ab, erzählt Susanne Franz. Und noch eine weitere Herausforderung gab es in diesem Jahr: Angemeldet hatten sich vierzehn Studentinnen, die jetzt fast alle männliche Jugendliche spielen. Das tun sie verblüffend gut: Allen voran Amokläufer Brendan (Anna Pfundstein), die in zerfetzten Baggy Pants und Wollmütze so kraftvoll und authentisch rüberkommt: Als einer, der sich nichts gefallen lässt und bei dem Mobbing und Ungerechtigkeit ebenso einen Krieg im Kopf auslösen wie bei seinem zarten, verschlossenen Kumpel Gary (Anne Renneisen), der tagelang depressiv im Bett liegt und sich am Ende selbst erschießt. Die Geschichte der beiden wird von hinten aufgerollt: Mit wenigen Requisiten und schnellen Schnitten verdichten sich die clipartigen Szenen zu Schlüsselsituationen, dazwischen geben Mütter, Nachbarn und Mitschüler im Scheinwerferspot ihre Statements, werden Gänsehautproduzierende Live- Raps (Reginald Anthony) gesungen und Chattexte auf die Leinwand projiziert. Dabei entwickelt sich eine hochexplosive und facettenreiche Mixtur aus Gewalt, Ausgrenzung, Überforderung und Ignoranz, über der immer die dringliche Frage des Warum schwebt. Doch trotz sprachlicher und dramaturgischer Vereinfachungen bietet diese packende Inszenierung Denkanstösse statt Antworten. Und das ist auch gut so.
Marion Klötzer
Badische Zeitung, 27. November 2007






Warum laufen Schüler Amok? Wie kommt es zu blutigen Gewaltexzessen, wie in Finnland, Erfurt oder wie in Littleton (USA), zu Drohungen wie in Offenburg und Köln. Die englische Theatergruppe "playmates" der Pädagogischen Hochschule Freiburg setzte sich in ihrer vierten Produktion unter dem Titel "Give a boy a gun" mit dieser Problematik auseinander.Vorlage der Inszenierung ist der gleichnamige Jugendroman des amerikanischen Schriftstellers Morton Rhue, (bekannt durch "Die Welle"/"The Wave" ) sowie eine szenische Bearbeitung des Theater GegenStand, Marburg. Auf dieser Basis ist ein eigener dichter Text entstanden. Unter der Regie von Susanne Franz zeigt "Give a boy a gun" ein Kaleidoskop von Szenen, die den Werdegang der Amokläufer nachzeichnen. Der amerikanische Hip-Hopper Reginald Anthony hat hierzu mehrere Raps geschrieben, die der Handlung durch die musikalische Dimension eine bewegende Tiefe schenken. Inhaltlich überzeugt das Stück vor allem, weil es keine einfache Erklärung für den Amoklauf zu geben versucht.

INHALT
Das Thema des Stückes ist der Amoklauf zweier Schüler, Gary und Brendan, an einer amerikanischen High School. Es zeichnet Garys und Brendans Erlebnisse in der Schule und im Privatleben nach. Sie werden schließlich zum Auslöser für ihren Amoklauf und für Garys Selbstmord.?Die im Rückblick gezeigten clipartig aneinander gereihten Schlüsselszenen des Romans lassen sowohl die Täter als auch die Opfer und Zeugen der Tat zu Wort kommen: Sie zeigen, wie und warum Gary und Brendan in ihrem Kampf um Anerkennung bei den Mitschülern scheitern und sich allmählich von ihren Freunden und Eltern abwenden. Das Stück zeigt auch die vergeblichen Versuche von Lehrern und der Schulpsychologin, die Jungen aus ihrer Isolation zu holen und es hinterfragt, inwieweit Computerspiele und das Internet die Gewaltbereitschaft von Jugendlichen steigern können.Dennoch sollen auf die Frage nach dem "Warum?" keine eindimensionalen Antworten gegeben werden. Die Schuldfrage wird aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet und fordert die Zuschauer dazu auf, persönlich zu den Taten zweier scheinbar "durchgeknallter" Jugendlicher Stellung zu beziehen. Denn: "It's not random. It's a message, and the sooner we wake up and listen, the better." (Beth Bender in: "Give a Boy a Gun")

Nur ein halbes Jahr nachdem "Give a Boy a Gun" /"Ich knall euch ab" in Deutschland erschienen war, fand die Geschichte aus den USA mit dem Amoklauf von Erfurt eine erschütternde deutsche Parallele: Ein 19-jähriger Gymnasiast erschoss 16 Menschen und sich selbst. Die Frage nach dem "Warum?" steht auch heute noch im Raum.

"bedrückende Aktualität" und ein "nüchternes, trauriges und spannendes Protokoll von Isolation, Verbitterung, Rache und Hass" (FAZ)

BRENDAN:
To the good people of Middletown:I hope this will get printed in big, bold letters on the front page of the newspaper, because it´s something every single one of you should read. I´m gone now, and you want to know why I took your kids with me. Here´s why: You made my fucking life miserable. How? By the way you raised your kids to all want to be the same and to hate anyone daring to be a little different. Oh, no, you´re probably thinking, you didn´t do that. You sure did. I´ve seen you in your cars staring at me and my friends. Look at those creeps. Look at their clothes and the music they listen to. Know what? Not everybody has to be like you Assholes want them to be. You ruined my life. All I have done is pay you back in kind.
Respectfully yours,
Brendan Lawlor

GARY:
Dear Mom,
By the time you read this, I´ll be gone. I just wanted you to know that there´s nothing you could have done to stop this. I know you always tried your best with me, and if anyone doubts, you just show them this letter. I don´t know if I can really explain why I did this. I guess it´s because I know that I´ll never be happy. I know that every day of my life will hurt and there will be a lot more bad than good. So, what´s the point of living. I could have just gone and offed myself quietly, but that would have been an even bigger waste. If I go this way, taking people who made my life miserable with me, then maybe it will send a message. Maybe something will change, and some other miserable kid like me somewhere will get treated better and maybe find a reason to live.

??Nur ein halbes Jahr nachdem "Give a Boy a Gun" /"Ich knall euch ab" in Deutschland erschienen war, fand die Geschichte aus den USA mit dem Amoklauf von Erfurt eine erschütternde deutsche Parallele: Ein 19-jähriger Gymnasiast erschoss 16 Menschen und sich selbst. Die Frage nach dem "Warum?" steht auch heute noch im Raum.

"bedrückende Aktualität" und ein "nüchternes, trauriges und spannendes Protokoll von Isolation, Verbitterung, Rache und Hass" (FAZ)

BRENDAN:
To the good people of Middletown:
I hope this will get printed in big, bold letters on the front page of the newspaper, because it´s something every single one of you should read. I´m gone now, and you want to know why I took your kids with me?
Here´s why: You made my fucking life miserable. How? By the way you raised your kids to all want to be the same and to hate anyone daring to be a little different. Oh, no, you´re probably thinking, you didn´t do that. You sure did. I´ve seen you in your cars staring at me and my friends. Look at those creeps. Look at their clothes and the music they listen to. Know what? Not everybody has to be like you Assholes want them to be. You ruined my life. All I have done is pay you back in kind.
Respectfully yours,
Brendan Lawlor

GARY:
Dear Mom,
By the time you read this, I´ll be gone. I just wanted you to know that
there´s nothing you could have done to stop this. I know you always tried your best with me, and if anyone doubts, you just show them this letter. I
don´t know if I can really explain why I did this. I guess it´s because I know that I´ll never be happy. I know that every day of my life will hurt and there will be a lot more bad than good. So, what´s the point of living?
I could have just gone and offed myself quietly, but that would have been an even bigger waste. If I go this way, taking people who made my life miserable with me, then maybe it will send a message. Maybe something will change, and some other miserable kid like me somewhere will get treated better and maybe find a reason to live.

DAS PROJEKT
Bereits zum vierten mal entsteht in einer Kooperation mit dem English Department der Pädagogischen Hochschule Freiburg/Prof. Mechthild Hesse ein englischsprachiges Theaterstück (s. Daten) Basis dieser Produktionen ist jeweils ein aktueller Text aus der englischsprachigen Jugendliteratur, der von Studierenden der Hochschule unter smeiner Regie umgesetzt wird. Die Aufführungen richten sich vorrangig an ältere Schüler und Studenten. Sie bieten in ihrer außergewöhnlichen Präsentation des Stoffes eine sinnliche Auseinandersetzung mit der jeweiligen Thematik. Zusätzlich bieten wir eine theaterpädagogische Nachbereitung an und stellen Unterrichtsmaterialien zur Verfügung.



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