Julie Schrader: Genoveva oder Die weiße Hirschkuh
Ein wirklich großes Drama in sechs Bildern mit Orchester ohne Unterbrechung
| Darsteller | Hugestines | Reinhard Faller |
| Adolphine Plückerjahn | Gisela Dury |
| Adelkurt | Paul Rosenstihl |
| Vevchen | Sabine Hattung |
| Der Engel Hesekiel | Hermann Hummel |
| Der Mann vom Leichendienst | Gerhard Hofacker |
| Der Drehorgelmann | Michael Wehinger |
| Erzähler | Wolfgang Böhe |
| Regie | Susanne Franz |
| Licht & Ton | Gerhard Faller |
| Musikalische Leitung | Ruth Gomer |
| Kostüme | Elisabetz Wintermantel |
| Plakat und Bilder | Wolfgang Kropfreiter |
| Maske | Rebecca Rosenstihl |
| Souffleuse | Brigitte Kropfreiter |
| Gesamtorganisation | Franz Dury |
| Aufführungsrechte | Bühnen- und Musikverlag Ahn & Simrock Per H. Lauke, Hamburg |
| Aufführungstermine | 24.-26. Juni & 1./2. Juli 2005 |
| Aufführungsort | Am Nikolausbrunnen beim Kelnhofmuseum in Bräunlingen |
Eine Aufführung der Lammgesellschaft e.V. zu Bräunlingen anlässlich der städischen 700 Jahrfeier. Sie wurde am 18. November 2005 mit dem Kulturpreis Schwarzwald-Baar ausgzeichnet.

Zum Stück
Frau Adolphine Plückerjahn, Excellenz zu Hannover und ihr Neffe und einziger Erbe Adelkurt werden von Vevchen, einem liebreizenden Dienstmädchen umsorgt. Als die Tante erfährt, dass Vevchen ihren charmanten "Herrn Nefföh" pussiert, droht sie dem Taugenichts mit Enterbung. Also lässt Adelkurt von seiner Liebsten - für immerhin eine viertel Million! Vevchen wird zu Verwandten nach Berlin verbannt. Flugs hat Adelkurt alles Geld versoffen und erinnert sich reuemütig an süßere Zeiten.
Die Tante aber behauptet, Vevchen sei in Berlin verschwunden, verhurt und verkommen. Panisch macht sich Adelkurt auf den Weg, um sie zu retten. Vorher bringt er noch schnell die Tante um, da sie an allem Unglück Schuld ist. Vevchen ist inzwischen im Tiergarten vom Meuchelmörder Hugestines verfolgt und von der Engelsstatue Hesekiel in eine weiße Hirschkuh verwandelt und dadurch gerade noch gerettet worden.
Adelkurt sucht zunächst vergebens nach der Angebeteten, bis ihm ein Drehorgelmann das Märchen von der heiligen weißen Hirschkuh erzählt, die nächtens im Tiergarten erscheine. Nichts wie los. Doch nicht nur Adelkurt, auch der Kaiser findet sich zur Jagd im Tiergarten ein. Er ist ein Mann der Tat, überredet den Engel Hesekiel, das Mädchen wieder zurück zu verwandeln, vergibt Adelkurt ganz unbürokratisch seinen Tantenmord, ein rasches "reicht euch die Münder" ... und alles wird gut.
Der Tantenmörder
Ich hab` meine Tante geschlachtet,
Meine Tante war alt und schwach;
Ich hatte bei ihr übernachtet
Und grub in den Kisten-Kasten nach.
Da fand ich goldene Haufen,
Fand auch an Papieren gar viel
Und hörte die alte Tante schnaufen
Ohn` Mitleid und Zartgefühl.
Was nutzt es, dass ich noch härme -
Nacht war es rings um mich her -
Ich stieß ihr den Dolch in die Därme,
Die Tante schnaufte nicht mehr.
Das Geld war schwer zu tragen,
Viel schwerer die Tante noch.
Ich fasste sie bebend am Kragen
Und stieß sie ins tiefe Kellerloch.
Ich hab meine Tante geschlachtet,
Meine Tante war alt und schwach;
Ihr aber, oh Richter, ihr trachtet
Meiner blühenden Jugend-Jugend nach.
(Frank Wedekind)
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